Mitgliederversammlung des Vereins Lübecker Spediteure 2017

Vorstand bestätigt: Jahreshauptversammlung des VLSp in Lübeck.

Standortpolitik mit vereinten Kräften und Stärkung des Berufsbildes

Effektive Bewerbung des vielfältigen Berufsbildes des Spediteurs, erfolgreiche Nachwuchsakquise sowie die Zukunft der Lübecker Häfen im Hinblick auf eine sich verändernde Rolle und Haltung der LHG waren die zentralen Themen bei der Jahreshauptversammlung 2017 des Vereins Lübecker Spediteure (VLSp) am 24. März. Durch die jüngst beschlossene Zusammenarbeit mit dem Lübecker Verein logRegio soll die Standortpolitik für Lübeck und seine Speditions- und Logistikbranche künftig noch mehr Gewicht bekommen.

Gewohnt zügig und in Einigkeit waren die Formalitäten des Abends abgehandelt. Nach einer Schweigeminute für die verstorbenen Mitglieder Jürgen Grascht und Dieter Schaufelberger wurde der Kassenbericht durch die Prüfer bestätigt und der Vorstand für weitere zwei Jahre einstimmig wiedergewählt. Der erste Vorsitzende Paul-Jörg Wildförster sowie seine Stellvertreter Gerhard Gerlach und Sascha Conrad nahmen die Wahl an.

Erfreulich: Für den Vorstand konnte neben Marco Lütz und Timo Schwalbe (ebenfalls bestätigt) als neues Mitglied Kerstin Lechtenberg (PostNord Logistics GmbH) gewonnen werden. Sie freut sich darauf, an der Vorstandsarbeit des VLSp teilzunehmen. Ebenfalls wiedergewählt wurden die Kassenprüfer Birgit Arndt und Benjamin Clasen. Ein ausdrücklicher Dank für die geleistete Arbeit ging an das Sekretariat in Person von Helga Lange.

Schulterschluss zwischen VLSp und logRegio

Als neues Mitglied begrüßt wurde Lars Wewstädt, Leiter der Branchenbetreuung Logistik im Netzwerk der Lübecker Logistikunternehmen logRegio. Die Logistikinitiative wurde 2008 ins Leben gerufen. Initiator war die Wirtschaftsförderung der Hansestadt, die auch heute noch Teil des Vorstands ist. „Wir wollten die Logistikunternehmen, die Verbände der Wirtschaft und die Hochschulen vereinen“, so Wewstädt. Dazu gibt es seit 2013 Gespräche und Initiativen. Einige Unternehmen der Branche sind sowohl im VLSp als auch in der logRegio Mitglied.

Das Thema Ausbildung und Bewerbung des Berufsbildes Spediteur steht bei VLSp und logRegio seit Jahren ganz oben auf der Agenda. Die Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen für Azubis, auch in Zusammenhang mit der Friedrich-List-Schule, sind seit Jahren rückläufig und die positive Außendarstellung der vielfältigen, beruflichen Chancen im Spediteursberuf wird als weiterhin nicht ausreichend empfunden.

Azubi-Tausch in Betrieben der Branche

Hier soll unter anderem eine Initiative Abhilfe schaffen, die bei der logRegio 2015 erstmals in die Praxis umgesetzt wurde: Der Azubi-Tausch zwischen Betrieben der Branche. Dabei gehen Auszubildende im 2. Lehrjahr (mit Vor- und Nachbereitung) in den zwei Wochen vor der Sommerpause in einen anderen Betrieb, um neue Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen und Schwerpunkten (Dienstleistung, Industrie, verladende Wirtschaft etc.) zu sammeln. Diese Praxis wollen beide Vereine künftig ausbauen und beleben. Auch Betriebe, die selbst nicht ausbilden, sollen sich beteiligen können. Die Aktionen werden mit der Berufsschule abgestimmt.

Gegenüber Vorträgen als die Ausbildung ergänzende Veranstaltung sind Exkursionen beim Branchennachwuchs ungleich beliebter. Dies war auch beim Ausflug von 19 Azubis aus VLSp-Betrieben im vergangenen Juli zu Europas größten Rangierbahnhof im niedersächsischen Maschen (DB AG, Wallmann & Co) zu erleben. Hier soll es weitere Angebote geben und auch die Zusammenarbeit mit der Friedrich-List-Schule intensiviert werden. Die Berufsschullehrer sieht der VLSp als wichtige Multiplikatoren.

Schüler rechtzeitig informieren und einladen

Weitere Anregungen zum Thema Eigen- und Nachwuchswerbung waren, beispielsweise bei Präsentationen der Branche auf Messen, einen „Schnuppertag“ für interessierte Jugendliche anzubieten. Welche Rolle bei den Schulabsolventen die Höhe der Ausbildungsvergütung in Bezug auf die Ausbildungsplatzwahl spielt, wurde kontrovers diskutiert. Konsens bestand darin, dass die Branche für Jugendliche sichtbar(er) werden muss – und dies rechtzeitig!

Abschließend wurde durch Paul-Jörg Wildförster die Beschäftigung mit einem weiteren Thema für die Zukunft angestoßen: Welche Rolle wird für die Lübecker Spediteure eine sich in Verhalten und Ausrichtung verändernde LHG spielen? Mit einem zunehmenden Engagement der Hafengesellschaft im Ausland mit Niederlassungen etwa in Russland wird in Kernbereiche der Branche eingedrungen. Bereits seit längerem ist zu beobachten, dass Betriebe aus dem Bereich Umschlag vermehrt in die Logistik drängen. Inwieweit aus dieser vertikalen Erweiterung der Dienstleistungen für die Zukunft ein Interessenskonflikt entsteht, sei zu beobachten und wird die Lübecker Spediteursbranche in den kommenden Monaten beschäftigen.

Ob sich aus diesem Themenkomplex das Motto für die Gesprächsrunde beim nächsten Herbstessen des VLSp am 27. Oktober 2017 ableiten lässt, soll überlegt werden. Die jüngsten Veranstaltungen mit u.a. Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Arbeitsminister Reinhard Meyer auf dem Podium hatten eine positive Resonanz und haben die Wahrnehmung des VLSp in der Öffentlichkeit gesteigert.

Kerstin Lechtenberg verstärkt ab sofort den erweiterten Vorstand des VLSp.
Neumitglied Lars Wewstädt von der logRegio.
Feierlicher Abschluss: Abendessen im Ambiente der „Gemeinnützigen“ in Lübeck.
Vorstand bestätigt: Jahreshauptversammlung des VLSp in Lübeck.