Mitgliederversammlung des Vereins der Lübecker Spediteure 2018

Themen „Kapazitäten“ und bessere Werbung für Lübeck

Neben Dauerbrennern wie Ausbildung und Nachwuchsförderung wurde bei der Mitgliederversammlung 2018 des Vereins Lübecker Spediteure in der „Gemeinnützigen“ Lübeck auch das breite Thema der Kapazitäten in der Spediteursbranche der Hansestadt erörtert sowie die Initiative eines „Hafenbeirats“ zur besseren Bewerbung des Standortes auch im Hinterland.

Ohne anstehende Wahlen waren die Formalitäten schnell erledigt. In gewohntem Ambiente wurde der Vorstand um die Vorsitzenden Paul-Jörg Wildförster und Gerhard Gerlach (plus Kerstin Lechtenberg, Marco Lütz und Sascha Conrad) einstimmig entlastet und der Haushaltsplan für 2018 angenommen. Die Kassenprüfung durch Birgit Arndt und Benjamin Clasen hatte - wie gewohnt - keine Beanstandungen ergeben.

Rückblick auf die 5. MetroLog in Lübeck

Ein kurzer Blick zurück wurde auf die 5. MetroLog- Veranstaltung am 2. November 2017 in den Lübecker Media Docks geworfen. Die Konferenz mit Rahmenprogramm zum Thema „Logistik in der Metropolregion Hamburg" bot den rund 150 Teilnehmern im Vorfeld die Möglichkeit, die RoRo- und KV-Abfertigungsanlagen des Skandinavienkais in Lübeck-Travemünde sowie die unterschiedlichen Hafenterminals im Rahmen einer Schiffsexkursion entlang der Trave in Richtung Lübeck von der Wasserseite aus zu erleben.

Eingeladen hatte die Logistik-Initiative Hamburg gemeinsam mit dem logRegio e.V., der Hansestadt Lübeck und der IHK Lübeck. Die Teilnehmer erhielten Einblicke aus erster Hand in die Logistikintensität und die Wirtschaftsentwicklung im Wirtschaftsband A1 (Kreis Herzogtum Lauenburg, Kreis Stormarn, Hansestadt Lübeck, Kreis Segeberg, Kreis Ostholstein) und die Infrastrukturprojekte in der Region. Für den VLSp nahm Vorstandsmitglied Marco Lütz als Referent an der Fachdiskussion teil. Der Verein hatte die Veranstaltung auch finanziell als Sponsor unterstützt.

„Kapazitäten“ als Thema für das Herbstessen

Als zentrales Thema für das Podium des traditionellen Herbstessens des VLSp am 26. Oktober 2018 wurde das weite Feld der Kapazitäten in der hiesigen Spediteursbranche vorgeschlagen und begrüßt. Zwar sei das Thema sehr umfangreich, benenne aber die aktuellen Probleme. Schließlich gebe es, so Marco Lütz, an allen Ecken und Enden Engpässe: bei den Fahrern, Straßenkapazitäten, (Ent-)Ladefenstern, Verfügbarkeiten der Rampen oder im Bereich der Bahn.

Um die ganze Bandbreite des Themas darzustellen, regte Paul-Jörg Wildförster an, Vertreter der Agentur für Arbeit und den Berufsschulen einzuladen. „Wir werden wohl keine konkreten Lösungen finden, können aber Denkansätze entwickeln“, so der 1. Vorsitzende. Der Fokus liege auf möglichen Auswegen und was die mittelständischen Spediteure dafür tun können. Besonders die Beteiligung der Berufsschulen wurde vom Plenum begrüßt.

Dauerbrenner Ausbildung

Einen Überblick zu den Themen Ausbildung und Nachwuchsförderung gab Gerhard Gerlach. Die beiden Klassen der Unterstufe der Friedrich-List Schule haben nur noch 14 beziehungsweise 16 Schüler, so dass bei einem weiteren Rückgang der Schülerzahlen die Zusammenlegung zu einer Klasse drohe. In der Mittelstufe sehe es mit zwei Klassen und Schülerzahlen von 18 und 20 besser aus. Gerlach: „Es ist also sehr wichtig, dass wir weiterhin ausbilden und eigenen Nachwuchs generieren.“

Am nächsten „Tag des Berufes“, den die Friedrich-List Schule zuletzt im November 2017 zusammen mit der Emil-Possehl-Schule veranstaltete, will sich der VLSp wieder beteiligen. Das Besondere: Neben einer Messe, auf der sich die Firmen und Institutionen der Region als potentielle Arbeitgeber präsentieren, werden Workshops für die Azubis angeboten. Jüngst stellten sich 80 Aussteller rund 1.600 interessierten Berufsschülern vor.

Auch das 14-tägige Azubi-Austauschprogramm soll in Zusammenarbeit mit der logRegio 2018 erneut durchgeführt und auf den Berufsstand der Schiffsmakler ausgeweitet werden. Die avisierten Zeitfenster hierfür sind vom 25.06. – 06.07.2018 sowie vom 02.- 13.07.2018. Dem logRegio e.V. der Hansestadt Lübeck wurde für die bisherige ausgezeichnete Zusammenarbeit ein Dank ausgesprochen.

Auch 2018 – Ausflug zum DB-Rangierbahnhof Maschen

Außerdem möchte der VLSp auch in diesem Jahr mit den Auszubildenden den DB-Rangierbahnhof in Maschen bei Hamburg besuchen. Der größte Rangierbahnhof Europas ist die wichtigste Drehscheibe für den Güterverkehr auf der Schiene im Norden. Selbst vor Ort den Betrieb der Zugbildungsanlage mit 7.000 Metern Länge und 700 Metern Breite für 100 ankommende und abfahrende Güterzüge werktäglich zu erleben, ist für die Berufsschüler ein besonderes Erlebnis.

Wie wichtig die Nachwuchsarbeit und das Engagement für einen attraktiven, hoch qualifizierten Standort sind, zeigte unlängst der Erfolg einer Auszubildenden der Bruhn Spedition. Ina Brose wurde nacheinander zur besten Auszubildenden der Spediteursbranche in Deutschland und Europa gekürt und belegte schließlich bei der Weltausscheidung in Kuala Lumpur den dritten Platz.

„Hafenbeirat“ für besseres Standort-Marketing

Ein weiteres aktuelles Thema ist die Bildung eines „Hafenbeirats“ zur Verbesserung des Standort-Marketings für Lübeck und die Region von Rostock bis Hamburg – also für eine Vielzahl von Akteuren wie die Hafenbetriebe, die Reeder oder Spediteure. Vor etwa zwei Jahren als Idee aufgekommen, gab es seitdem mehrere Treffen, unter anderem auf Einladung der LHG. Nun werde das Thema wieder erörtert, berichtete Marco Lütz der Versammlung. Die aktuelle Idee ist eine Präsentation Lübecks in anderen deutschen Städten. Im September sei dies in Nürnberg möglich.

Gespräche mit der Bayerhafen Gruppe hat es bereits gegeben. Geplant ist eine speziell auf Lübeck zugeschnittene Veranstaltung, auf der alle Facetten des hanseatischen Logistikstandortes präsentiert werden sollen. Der LogRegio e.V. könnte die Koordination übernehmen, um alle Akteure Lübecks zusammen zu bringen.
Zu der Veranstaltung sollen Verlader, Spediteure und andere Logistikdienstleister aus Nürnberg eingeladen werden. Geplant ist auch eine Podiumsdiskussion zum Thema der Logistikstandorte Lübeck und Nürnberg. Nürnberg bietet sich an, weil die landeseigene Bayernhafen-Gruppe, die unter anderem den Hafen Nürnberg betreibt, als lokaler Partner die Organisation unterstützten und interessante lokale Akteure qualifiziert ansprechen würde.

Paul-Jörg Wildförster betonte, dass aus seiner Sicht eine entscheidende Frage sei, was die Stadt Lübeck von einem Hafenbeirat erwarte. Er kündigte an, dass sich der VLSp mit der Ausgestaltung des Treffens beschäftigen werde. Die Veranstaltung in Nürnberg soll keine Bühne für große politische Diskussionen sein, sondern vielmehr unter der Überschrift „Dialog und Pragmatismus“ stehen. Weitere Konkretisierungen sollen im April/Mai erfolgen.

Der VLSp sucht engagierte Mitstreiter im Vorstand

Zum Abschluss der Versammlung kündigte Paul-Jörg Wildförster an, bei den Vorstandswahlen im kommenden Jahr nicht mehr für den Vorsitz des Vereins zu kandidieren. Er appellierte in diesem Zusammenhang eindringlich an alle Mitglieder des VLSp, sich mit dem Thema einer Mitarbeit im Vorstand auseinanderzusetzen. Dieser sei derzeit mit fünf Mitgliedern ohnehin um eine Person unterbesetzt.

Einen kulinarischen Ausklang fand die Mitgliederversammlung wieder beim exklusiven Abendessen in der Zimberei, die einen gewohnt angenehmen Rahmen für angeregte Gespräche und Austausch bot.

Der Vorstand des VLSp wurde einstimmig entlastet.
Gemütlicher Ausklang in historischem Ambiente.